TEASER ZUM WEITERLESEN

Öffnet man in einer österreichischen Redaktion die Tür mit der Aufschrift "Archiv", findet sich dahinter großteils eine Dokumentation. Das sollte nicht weiter irritieren. Selten sind in einem Arbeitsbereich die Tätigkeitsmerkmale und -bezeichnungen so verwirrend überlagert wie in jenem der Aufbewahrung und Vermittlung von Information. ... Lust zum Weiterlesen?

An der Wiege der Dokumentation stand die Einsicht, den Benutzerinteressen auch in jene Wüsten der Informationswelt folgen zu müssen, in denen die ehrwürdige »East India Company« des herkömmlichen Bibliothekswesens noch keine Stützpunkte errichtet hatte. ... Lust zum Weiterlesen?

In den klassischen Tätigkeitsbereichen der Sammlung, Bewahrung und Vermittlung von Informationen haben wir es mit einer sich zusehends integrierenden Domäne zu tun. Ein weiteres Mal ist es das Potential der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien, das hier seine verändernde Kraft entfaltet. Um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten zu können, muß man reine Formen der einzelnen Arbeitsfelder konstruieren, wie sie in der Praxis immer seltener vorkommen. ... Lust zum Weiterlesen?

Es ist zu argwöhnen, daß die formale und sich in verwirrenden Überschneidungen permanent aufhebende Trennung von Bibliotheks-, Archiv- und Dokumentationswesen aus dem Blickwinkel berufsständischer Vorurteile und einer unterstellten Statusangst der etablierten Informationsberufe leichter zu verstehen ist als aus einer rein funktionalen Analyse. ... Lust zum Weiterlesen?

In Medienarchiven beispielsweise, wo analytisch sauber die arbeitsteilig aufeinander bezogenen Tätigkeitsfelder Archivierung, Dokumentation und Informationsvermittlung isoliert werden können., zeigt sich eine plausible Grundstruktur des Zukunftsberufes "Informationsarbeit", der alle Tätigkeitsfelder in einer Qualifikation vereinigt. Die prototypische Bedeutung von Medienarchiven für die Entwicklung der Informationsberufe insgesamt zeigt sich noch deutlicher, wenn man zusätzlich in Betracht zieht, daß sich in den Archiven der Medienbetriebe auch Verbundqualifikationen hin zum eigenverantwortlich Aussagen produzierenden Bereich, Stichwort "Dokumentationsredakteur", etabliert haben. ... Lust zum Weiterlesen?

Nehmen wir als Beispiel die Landung eines Flugzeuges auf dem Roten Platz. Die Textinformation davon inklusive der Schilderung der näheren Umstände ist ein immaterielles verderbliches Zeitgut. Der Wert ist im Moment der Aktualität äußerst hoch, verfällt aber mit dem Moment der öffentlichen Kenntnisnahme schlagartig gegen Null. Bild- und Toninformation wie Film- oder Fotoaufnahmen des Ereignisses dagegen behalten einen durch Urheberrechte schützbaren Wert, der in der Folgezeit dem Spiel von Angebot und Nachfrage unterliegt. .... Die massiven Lageraufwertungen von Filmhändlern durch die Flut der Fernsehkanäle sind der offensichtlichste Ausdruck einer Entwicklung, die auch in anderen Bereichen feststellbar ist. Die hohen Kosten, neue Fotos oder Filme zu produzieren, machen eine effiziente Bewirtschaftung bestehender Bestände zu dokumentarischen Leistungen, die auf Schilling und Groschen in ökonomischen Begriffen bewertbar sind. Es ist absehbar, daß der Trend zur Wertsteigerung von Produktionsmaterial und damit auch zur Aufwertung von Produktionsarchiven weiter anhalten wird, was diesen Sektor insgesamt zu einem interessanten Tätigkeitsbereich für Dokumentare macht. ... Lust zum Weiterlesen?

Das Archiv übernimmt Informations- und Produktionsmaterial aus der Umwelt, bereitet dieses seinen Aufgabenstellungen entsprechend auf, lagert es ein und gibt es, üblicherweise auf Anfrage, strukturiert wieder an seine Umwelt ab. Sobald, etwa über Online-Terminals, auch ein Zugriff auf fremde Datensammlungen besteht, läßt die erklärende Kraft eines simplen I/O-Schemas nach. Ein Modell, das die Verhältnisse weiterhin klar zum Ausdruck bringt, muß die Tätigkeiten in Bestandsaufbau sowie -pflege und Informationsvermittlungen trennen. Darüberhinaus sind diese nicht mehr auf einen Speicher, sondern auf den umfassenderen Begriff einer »Informationsbasis« zu beziehen. ... Lust zum Weiterlesen?

Wie diese Stellungnahmen deutlich zeigen, soll die Sammelpraxis in Medienarchiven also zuerst die eigene Aussagenproduktion möglichst vollständig dokumentieren. Durch gezieltes Lektorat wird diese Grundsammlung dann zu einer möglichst redundanzfreien, im Grunde gleichmäßigen, in Spezialisierungsgebieten detaillierten und insgesamt informationsreichen Dokumentation von Zeitgeschehen veredelt. Breite und Tiefe dieser Dokumentation hängen natürlich vom Anspruch und den Ressourcen des Archivs ab. ... Lust zum Weiterlesen?

Im Tätigkeitsfeld des Lektorates zeigt sich deutlich eine zentrale Kompetenz des Mediendokumentars, der Mediendokumentarin. Nämlich jene, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden. Obwohl sie sich wie erwähnt jeder kommentierenden Wertung enthalten und Ausgewogenheit gewährleisten sollen, steht ihnen doch ein finales Urteil über die Informationsqualität eines Dokumentes zu. Speicher oder Papierkorb ist jeden Tag die Frage. In einer großen Textdokumentation bis zu 8000 mal. Rund 7200 mal lautet das Urteil Papierkorb. Durchschnittliche Verhandlungszeit 25 Sekunden. Strafbarer Tatbestand ein klassisches Eigentumsdelikt - Diebstahl des knappen Gutes Aufmerksamkeit. Hohe Wiederholungsgefahr. Keine Berufung möglich. ... Lust zum Weiterlesen?

Ordnung und Strukturierung von Inhalten ist unverzichtbarer Bestandteil allen Informierens. Dieses Geschäft beginnt nicht erst in den Archiven und Dokumentationsstellen, sondern dort wird lediglich die intuitive Alltagspraxis mit professionellen Arbeitstechniken fortgeführt. ... Lust zum Weiterlesen?

Machen wir ein Gedankenexperiment. Wenn alle Tageszeitungen auf gleich großem Papier und, Titel wie Fließtext, nur mit einer einzigen Schriftgröße und Schrifttype (ähnlich wie Fernschreibmeldungen) produziert wären, so würde man, wenn man nur die Buchstaben auszählt, keinen Verlust an Information feststellen können. Und doch könnte man nicht behaupten, daß der Informierungswert derselbe geblieben wäre. Eine Überschrift scheint offensichtlich mehr zu sein als nur ein fett gedruckter Teil des Textes. Sie stellt eine andere Qualität von Information dar. Innerhalb von Textstrukturen läßt sich, wenn man dieser Einsicht konsequent folgt, analytisch zumindest so etwas unterscheiden wie »Ordnungsinformation« und »Inhaltsinformation«. Dokumentationsstellen nutzen exakt diesen »kleinen Unterschied«, um ihre Leistung zu erbringen. Sie organisieren leistungsfähige Systeme von Ordnungsinformation, um zu Inhaltsinformation hinzuführen. ... Lust zum Weiterlesen?

Wenn man aus einer unübersehbaren Zahl von Dokumenten ein bestimmtes gezielt wiederfinden möchte, ohne dazu alle Stück für Stück durchsehen zu müssen, so hat man diese nach jenem Merkmal zu sortieren, aufgrund dessen einzelne wiedergefunden werden sollen. Es gibt keine andere Möglichkeit, und damit ist eigentlich alles gesagt. Der Teufel steckt im Detail. ... Lust zum Weiterlesen?

Was diese Ansprüche angeht, hebt die Mediendokumentation in der Tat am deutlichsten von der Fachinformation ab. Medienstoff konstituiert das breitest mögliche Themenspektrum überhaupt. Die Ordnungssysteme von Medienarchiven müssen deshalb grundsätzlich breit angelegt sein, aber doch flexibel an all jenen Stellen Tiefe zulassen, wo sich Spezialisierungen ergeben. ... Lust zum Weiterlesen?

Daß hier zentrale Lebensfunktionen von Dokumentationssystemen angesprochen sind, wird klar, wenn man bedenkt, daß im Maximalfall (zumindest über die Jahre) eine unüberschaubare Anzahl an Eingebern (Beschlagwortern, Indexierern) mit einer unüberschaubaren Anzahl an Ordnungsworten eine unüberschaubare Anzahl an Dokumenten erschließen und ordnen, sowie eine unüberschaubare Anzahl an Rechercheuren, die mit den Eingebern keineswegs ident sein müssen, wiederum nach Dokumenten suchen.Der Knackpunkt ist die »unüberschaubare« Anzahl an Ordnungsworten. Wenn man dieses Problem in den Griff bekommt, lösen sich die anderen weitgehend von selbst. ... Lust zum Weiterlesen?

Das Output eines Textarchives ist Information. Damit ist alles und doch nicht viel gesagt, denn das kann eine knappe Telefonauskunft über das Geburtsdatum der Gesundheitsministerin genauso sein wie eine umfangreiche Darstellung der Entsorgungspraxis von Eisenbahnschwellen in den letzten fünfzehn Jahren. ... Lust zum Weiterlesen?

In der ersten Volltexteuphorie wurde oft übersehen, daß dokumentarischer redaktioneller Informationsbedarf sich nicht darin erschöpft, einzelne Artikel nach Jahren wiederzufinden, sondern oft in Überblicken und Zusammenschauen besteht. Wenn ein einzelner Artikel benötigt wird, der vor zwei Jahren über Neuguinea geschrieben wurde, und in dem von Missionaren die Rede war, so ist dieser in der Volltextdatenbank tatsächlich leicht und auch ohne zusätzliche Beschlagwortung wiederzufinden. Aber eine Übersicht über markante Berührungspunkte von Kirche und Politik in den letzten Jahren ist mit bloßem Volltext nicht mehr in vertretbarer Zeit herstellbar. ... Lust zum Weiterlesen?

Die berufliche Situation der Mediendokumentation im deutschsprachigen Raum ist durch das Bemühen um immer stärkere Professionalisierung charakterisiert. Einzelne Beispiele hochqualifzierter Verwendung wie beim Spiegel oder bei G+J, wo alle Dokumentare im Status von Redakteuren beschäftigt sind, sollen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß vor allem in kleineren Verlagen die Tendenz besteht, dokumentarische Informationsarbeit als Hilfstätigkeit einzuschätzen. Diese Tendenz wird gestützt durch eine spezielle Situation am Arbeitsmarkt, der sehr viele Arbeitskräfte mit einer hohen Grundqualifikation, allerdings einer geringen Spezialqualifikation anbieten kann (Stichwort: arbeitslose Sozial- und Geisteswissenschafter/innen). ... Lust zum Weiterlesen?

Am besten lassen sich die Recherche und innerhalb dieser wiederum die Stellung des Archivs darstellen, wenn man Journalismus schlicht als Transformation von Information zur medialen Aussagenproduktion versteht. Daran läßt sich auch mit der Dokumentationstheorie anschließen, die den Dokumentationsprozeß als Transformationsprozeß von Information beschreibt. ... Lust zum Weiterlesen?

Die Informationsaufnahme des Systems Journalismus geschieht aufgrund von zwei idealtypischen Arbeitshaltungen. Die eine, »Gatekeeping«, ist selektiv, passiv, abwehrend. Hier wird mit Überflußinformation gehandelt, die um Aufmerksamkeit in den Medien konkurriert. Typisch dafür ist die einströmende Flut an Agenturmeldungen, Presseaussendungen, Pressekonferenzeinladungen bis hin zu persönlichen Interventionen. Eine Kritik am System Journalismus merkt etwa an, daß dieser passiv selektierende Informationsjournalismus zur dominierenden Arbeitshaltung geworden, während die andere Arbeitsweise, nämlich aktiver Recherchenjournalismus, ins Hintertreffen geraten wäre. Damit ist auch schon die zweite klassische Informierungshaltung von Journalisten angesprochen, nämlich die aktiv Informationen sammelnde Recherche. In diesem Fall stellt Information einen Mangelfaktor dar, der durch Recherche ausgeglichen wird. Das kann einfach ad hoc nicht verfügbare Ergänzungsinformation sein, die im Auskunftsweg besorgt wird, oder aber natürlich auch verborgene Information, die durch investigative Recherche enthüllt werden muß. ... Lust zum Weiterlesen?

Und damit wäre der Platz des Archivs im journalistischen Arbeitsprozeß beschrieben. Das Archiv stellt im Rahmen der journalistischen Recherche einen von mehreren Möglichen Zugängen zu Realität dar. Wobei die verschiedenen Zugänge im Idealfall virtuos miteinander zu kombinieren sind. ... Lust zum Weiterlesen?

Die Leistungsfähigkeit des Archivs als Imagefaktor für das Medium ausnutzen zu wollen, klingt vordergründig absurd. Welches Medium wird sein Image ausgerechnet an ein Arbeitsfeld knüpfen, das in der breiten Öffentlichkeit mit Staub, Bürokratie und Ärmelschonern assoziiert wird? Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Was einmal das Archiv war, ist heute eine Dokumentationsstelle, und Information ist zu einem zentralen Mythos unserer Zeit geworden. ... Der "Spiegel" hat schon früh vorexerziert, wie man ein professionell geführtes Archiv in einen Mythos verwandelt. Im kleinen Maßstab haben kaum Medien nachgezogen. ... Lust zum Weiterlesen?

Gerade "aktives Informierungshandeln in formalen Ordnungsstrukturen", wie es etwa die Datenbankrecherche darstellt, hätte das Zeug dazu, als unabdingbare Kulturtechnik, fast im Rang von Lesen und Schreiben, zum universellen Bildungsrepertoire zukünftiger Gesellschaften zu gehören. Der spezifische Beitrag der Mediendokumentation zu einer zukünftigen Informierungskultur könnte übrigens ihre hohe, ausschließlich an Qualität und Nutzen orientierte Selektivität sein. Ihre Praxis, für nicht gut Befundenes leichten Herzens wegzuwerfen. Es ist der Mut zur Lücke, der Medienarchive in ihrer Auseinandersetzung mit der täglichen Informationsflut auszeichnet. Zu einer Lücke wohlgemerkt, die nicht willkürlich zustande kommt, sondern durch systematische Auswahl erarbeitet wird und damit nachvollziehbar bleibt. Ein gelassenes und selbstbewußtes "ich muß nicht alles wissen, aber ich weiß, wo ich das Wichtigste finde" wird das Erbteil der Medienarchive an einer Philosophie der Informationsgesellschaft sein. ... Lust zum Weiterlesen?

Faszinierenderweise ergibt es sich, daß die im vorangegangenen Kapitel normativ geforderte vermehrte Berücksichtigung von "Hintergrund" und "Zusammenhang" mit einer aus Wettbewerbsgründen stattfindenden Funktionsverlagerung innerhalb der verschiedenen Medienkategorien zusammenfällt. Mehr Hintergrund und Zusammenhang ist nicht nur die Forderung von besorgten Kommunikationswissenschaftern, die um die Rationalität des öffentlichen Diskurses fürchten, sondern auch die naheliegendste Marktstrategie für Printmedien, die den Wettkampf um die Aktualität gegenüber den elektronischen Medien unaufholbar verloren haben. ... Lust zum Weiterlesen?

Eine solche »Hintergrundstafette« beginnt beim Radio, setzt sich über das Fernsehen und Tageszeitungen fort bis hin zu Wochen- und Monatsmagazinen, gerade, daß man Jahrbücher nicht erwähnen muß. Ein Lehrbuchbeispiel einer solchen »Stafette« konnte in Österreich im Herbst 1992 beobachtet werden: Das Startsignal gab am 27. November um ein Uhr dreißig nachts ein automatischer Brandmelder in der Hofburg. Ein Trakt des historisch wertvollen Gebäudes stand in Flammen, unschätzbare Kulturwerte waren in Gefahr. Obwohl es den Einsatzkräften weitgehend gelang, ein Ausbreiten des Feuers zu unterbinden, symbolisierten die glosenden Trümmer des nächsten Morgens einen Schaden von gut einer Milliarde Schilling. Der ORF berichtete mit mobilen Radioreportern schon in der Nacht kontinuierlich. Sondersendungen des Fernsehens gab es in der Folge bereits innerhalb von Stunden. Noch am Nachmittag desselben Tages erschien die Tageszeitung "Der Standard" mit 16 (!) Seiten Hintergrund. Das Wochenmagazin "profil" schließlich, das zur Sache selbst wohl beim besten Willen nichts mehr Neues zu berichten gehabt hätte, nutzte die Gelegenheit geschickt, den Hofburgbrand in einen vorderhand ungewöhnlichen Zusammenhang zu stellen und machte, anknüpfend an reflexhafte Zurückweisungen einzelner Landeshauptleute sich an den Kosten der Wiedererrichtung zu beteiligen, eine Titelgeschichte über die Beziehung der Bundesländer zu Wien. ... Lust zum Weiterlesen?

Wie das bei »Selbstverständlichkeiten« generell der Fall ist, war die Recherche lange Zeit ein Element journalistischen Arbeitens, das von der Publizistikwissenschaft nur sehr peripher wahrgenommen wurde. Als sich durch technisch/organisatorische Umwälzungen allmählich abzuzeichnen begann, daß journalistische Informationsaufbringung immer stärker auf Recherche verzichten konnte und sich damit auch die Aufmerksamkeit der Wissenschaft dieser »bedrohten Art« zuzuwenden begann, mußte verblüfft festgestellt werden, daß der Begriff Recherche in zentralen Nachschlagewerken des Faches gar nicht vorkam. Mittlerweile hat sich auf diesem Gebiet einiges getan, und die theoretische Durcharbeitung des Themas ist gediehen. ... Lust zum Weiterlesen?

Es war die Fraktionierung des »einen Journalisten« in diverse Journalistenrollen und des »einen Journalismus« in diverse Journalismusverständnisse, die eine adäquate Analyse möglich und funktionale Verschiebungen und Verlagerungen begrifflich faßbar machte. Als durchgängiges Ergebnis vieler Analysen mußte der fortschreitende Rückgang des aktiven Recherchenjournalismus zu Gunsten eines tendenziell reaktiven, passiven »Informationsjournalismus« festgestellt werden. ... Lust zum Weiterlesen?

Damit ist auch ein Anspruch an Dokumentarausbildung deutlich formuliert. Informationsökonomie in dem Sinn, erwartbare Aufwände und Erträge in ökonomischen Begriffen zuverlässig einschätzbar machen zu können, ist ein Lehrinhalt, an dem eine zeitgemäße Ausbildung nicht vorbei kann. Eine Darstellung ihrer Leistungen in ökonomischen Begriffen ist allerdings beileibe kein Allheilmittel für alle Akzeptanzprobleme der Dokumentationsstellen in Medienbetrieben. Wie auch viele andere Instanzen der Informationsdienstleistung erfüllen sie Funktionen, die in Geld unmittelbar nicht bewertbar sind. Man denke im Vergleich an die öffentlichen Bibliotheken. ... Lust zum Weiterlesen?

Oder, um es in einen polemischen Vergleich zuzuspitzen: In ganz Österreich sind weniger Pressedokumentare und Dokumentarinnen beschäftigt als alleine bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". ... Lust zum Weiterlesen?

Es kann einem nicht egal sein, wenn der gute und auch dokumentarisch wünschenswerte Ansatz einer umfassenden Volltextspeicherung aller österreichischer Tageszeitungen dadurch seines Potentials beraubt würde, daß er von den Geschäftsführungen der Printverlage lediglich als Möglichkeit gesehen wird, das Archivpersonal zu reduzieren. Auf den ersten Schritt der Einführung und Etablierung der Volltextinfrastruktur muß ein zweiter der umfassenden dokumentarischen Aufwertung der Bestände folgen. ... Lust zum Weiterlesen?

Auch die Bezeichnung ist ein Indikator für die Entwicklung einer Tätigkeit zum Beruf. Eine Umfrage, die beinahe soviele Berufsbezeichnungen erbringt, wie Personen befragt wurden, kann wohl nur als Anzeichen einer insgesamt sehr instabilen beruflichen Identität gesehen werden. ... Lust zum Weiterlesen?

Eine große Sorge der Leiter und Leiterinnen von Dokumentationsstellen scheint zu sein, nicht den Anschluß an die technische Entwicklung zu verpassen bzw. früh auf die falsche Technologie zu setzen. ... Lust zum Weiterlesen?

Es gibt nichts zu beschönigen. Unsere Alpenrepublik mag viele Sehenswürdigkeiten besitzen, wegen der Pressearchive lohnt es nicht, von weit her anzureisen. Oder doch. Wer lernen möchte, wie man trotz geringster Mittelausstattung professionelle Dokumentation betreibt, dem kann geholfen werden. ... Lust zum Weiterlesen?


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